Projekt Mühle


Ein Besuch in der historischen Zenzenmühle im Lungauer Thomatal und ein zweitägiger Workshop im Kindergarten mit der Künstlerin Elisabeth Strauß.

In der Mühle: Eintauchen in die Vergangenheit

Peter Moser, der Mühlen-Peter", hat mit zahlreichen Thomatalern die alte verfallene Mühle wieder zum Leben erweckt und daraus ein wunderbares interaktives Museum geschaffen:
Im Wald oberhalb der Mühle verbinden die Kinder die mobilen Holzrinnen und erleben, wie plötzlich das Wasser zum Mühlrad rinnt und es antreibt. In der Mühle verfolgen sie den Weg der Getreidekörner, die man oben in den Holztrichter hineinschüttet, bis zum Mehl, das unten unter lautem Geratter herausrieselt. Mit einer kleinen Handmühle versuchen sie, selbst zu mahlen und entdecken dabei, wie viel Muskelkraft das erfordert. Peter Moser kann die Kinder sehr einfühlsam von einem zum nächsten Thema mitnehmen, vom Korn bis zur Arbeit eines Müllers in alter Zeit. 

Mit Elisabeth Strauß im Kindergarten: der Bogen zum Jetzt

Gemeinsam mit der Künstlerin, genannt Lisi, setzen die Kinder Brotteig an, verwenden dabei das gemahlene Mehl von der Mühle mit. Am nächsten Tag verzieren sie ihren Teig mit Körnern und backen ihn. Jedes Kind gibt Saatgut in einen Blumentopf und übernimmt Verantwortung für sein kleines „Getreidefeld“. Die Kinder können über den Sommer nun selber das Keimen und Wachsen beobachten.

Kunst entsteht aus Erfahrung

Dann folgt die künstlerische Arbeit auf Leinwand: Mit Saatgut, Stroh, Ähren, Klebstoffen, Acrylfarben und Stoffen bzw. Musterpapier entstehen reliefartige Collagen. Die Kinder sind bei der Auswahl der Materialien und der Gestaltung der Fläche frei, die Künstlerin hilft nur bei der Umsetzung. „Durch das Vor-Denken und Nach-Denken beim Erkunden der Mühle, beim Backen des eigenen Brotes und beim Säen in die Blumentöpfe entstehen Inhalte, die für die bildnerische Arbeit inhaltgebend sind." (Elisabeth Strauß)

Jedes Bild ist anders. In den Tagen darauf stellen die Kinder im Kindergarten ihre Bilder den Eltern vor.

Feedback zum Projekt

„Wir haben in Lisi und Peter zwei wunderbare Menschen kennengelernt, deren Umgang mit den Kindern so schön zu beobachten war. Wir haben dabei mehr erfahren über unsere Kinder, wie talentiert eigentlich alle sind und wie sie ticken und wie und womit man sie abholen kann. Sogar sehr hibbelige Kinder sind dabei zur Ruhe gekommen."
(Andrea Konrad, Kindergarten Göriach)

Die Kinder werden mit etwas konfrontiert, was sie überhaupt nicht kennen. Sie sind weit weg davon nachzudenken, wie etwas wächst. Und es ist sehr schön, wenn sie das dann in die Hand nehmen können, sehen, spüren, riechen. Und wenn man nicht von einem zum nächsten Programmpunkt hetzt, sondern genug Zeit bleibt, im Kind Interesse entstehen zu lassen, so dass es selber entscheidet: Wo bin ich daheim? Was will ich jetzt?(Elisabeth Strauß, Künstlerin)

Große Begeisterung von uns allen über dieses Projekt, auch von den Eltern!  Der Mühlenbesuch wurde sehr feinfühlig von Peter Moser betreut, der wunderbar auf die Kinder eingehen konnte. Und die zwei Tage mit Lisi waren eine sehr runde Sache, auch mit den Übergängen von einer in die andere Aktivität, und dann die Kunstwerke … jedes für sich ganz individuell!"  (Ilona Gloner, Kindergarten St. Margarethen)

Projekt-Details



Teilnehmende Kindergärten: Unternberg, Zederhaus, St. Margarethen und Göriach

Projekt-Termine: Mai und Juni 2025 
Dauer: jeweils 3 Vormittage inkl. Mühlenbesuch
Kindertransport zur Mühle: wurde mit Lungauer Taxis organisiert

Organisation: Helga A. Gruber/Verein Kule in Zusammenarbeit mit Peter Moser/Leiter Zenzenmühle in Thomatal,  Elisabeth Strauß/bildende Künstlerin in St. Margarethen, Pädagoginnen der teilnehmenden Kindergärten

Finanzierung: Land Salzburg (Referate für Volkskultur/kulturelles Erbe und Museen sowie für Kultur und Wissenschaft)