Projekt Hochofen


Ein Besuch im historischen Hochofen Franzenshütte in Bundschuh im Thomatal und ein mehrtätiger Workshop mit den Künstlern Reinhard Simbürger und Martin Gautsch. 

Im Hochofen

Im Museum Franzenshütte in Bundschuh wurde früher Eisen gewonnen und verarbeitet, was zu einem blühenden Wirtschaftszweig im Lungau führte. 
Die Kinder tauchen beim Besuch des imposanten Gebäudes in eine Zeit ein, als die Menschen mit keiner anderen als mit mechanischer Kraft arbeiten konnten. Sie erleben, wie unter den Händen des Schmieds mit Hilfe des Feuers Eisen geformt wird. So wie früher die Knappen verzehren sie im ehemaligen Gasthaus nebenan ihre Jause.
In den Tagen darauf arbeiten sie selber mit Metall. Die Museumsbesuche und Workshops werden von zwei verschiedenen Künstlern begleitet:

Reinhard Simbürger, Bildhauer aus Tamsweg, lässt die Kinder im Museum möglichst viel selber ausprobieren: heben, wiegen, drehen, draußen das große Wasserrad in Gang setzen und sogar beim Schmieden mit dem schweren Hammer auf das glühende Metall hauen – ein besonderes Erlebnis, auch für die ebenso mit hämmernden  Pädagoginnen. Gemeinsam mit Erwin Fanninger, dem Schmied, entstehen vor den Augen der Kinder im Nu eiserne Objekte, die heimgenommen werden dürfen.

Martin Gautsch, bildender Künstler aus Thomatal, erzählt den Kindern zum Hochofen eine Zauber-Geschichte und veranstaltet die Museumsführung als lustiges Ratespiel: „Der Valentin weiß alles, was ihr ihn fragt!" Valentin König, der Museumsverantwortliche, kann beim Rundgang wirklich alle Fragen der Kinder beantworten, nur auf die Frage „Was hab ich heute zur Jause mit?" muss er raten.
Ein Highlight ist auch das Ausprobieren des riesigen Blasebalgs in der Schmiede. Passend zur Zauber-Geschichte von Martin hämmert der Schmied am Ende für jedes Kind einen Zauberstab mit den Initialen des Kindes.

Der Workshop mit Reinhard Simbürger

Der Künstler arbeitet mit den Kindern mit Metalldraht. Als Vorbereitung hat er Stücke aus Tot- oder Schwemmholz  gesammelt und auf runde Holzscheiben fixiert – für jedes Kind ein eigenes Teil. Nach Vorgabe  der Kinder bohrt er mit ihnen Löcher in das Holz zum Durchstecken des Drahtes. Nun gestalten die Kinder mit Draht und unterschiedlichen Dingen eigene Skulpturen. Jedes Objekt ist anders. Zum Schutz vor Verletzungen tragen die Kinder Schutzbrillen. Im Kindergarten Mauterndorf hämmern einige Kinder auch Nägel ins Holz. Sie nennen ihre Gebilde Wunderbäume".

Der Workshop mit Martin Gautsch
Der Künstler lädt die Kinder so wie beim letztjährigen Projekt in seine Werkstatt Kunsthof Thomatal ein, wo sie zwischendurch seine  eigene Ausstellung besuchen können. Für die Kinder hat er Metalllöffel, Nägel, Holzstücke und Farben vorbereitet. Es entstehen mannigfaltige Objekte, ohne jegliche Vorgabe, der Künstler assistiert nur in technischer Hinsicht.

Was machen wir als Nächstes?" Die Idee der Kinder: Ein Boot!" Aus Holzplatten, Schrauben und Nägeln bauen alle gemeinsam den Schiffskörper zusammen, bemalen ein Stück Stoff für das Segel und schieben das große Ding hinaus auf die Wiese, wo sie es immer wieder besuchen und ihren Eltern zeigen.

Feedback zum Projekt

Es war ein sehr toller Ausflug ins Museum, die Kinder waren begeistert. Auch der heutige Tag mit Reinhard war spitze – Es sind schon sehr schöne Werke entstanden." (Julia Schlick, Kindergarten Lessach)

„Wir würden sehr gern wieder  bei so einem Projekt mitmachen, es hat unseren Schulanfängern sehr gut gefallen. Erstaunt waren wir, wie geduldig plötzlich unsere Kinder wurden, als sie auf die Hilfe von Reinhard beim Bohren der Löcher warten mussten, ganz anders wie sonst." (Nicole Petzlberger, Kindergarten Mauterndorf)

 Ich habe meine Kindheit in Bundschuh verbracht und oft im stillgelegten Hochofen gespielt. Das Projekt knüpfte an diese frühen Erinnerungen an und hat mir sehr viel Freude gemacht." (Reinhard Simbürger, bildender Künstler Tamsweg)

Das Projekt mit Martin und die Möglichkeit, einige Tage mit ihm in seinem Kunsthof zu arbeiten, ist für unsere Kinder etwas ganz Besonderes und Wertvolles." (Christina Moser-Grall, KinderVilla Thomatal).

Es war für mich wieder sehr inspirierend und ein tolles Projekt. Die Kinder kommen immer wieder am Kunsthof vorbei und zeigen voller Stolz das Boot ihren Eltern." (Martin Gautsch, bildender Künstler Kunsthof Thomatal)

Projekt-Details



Teilnehmende Kindergärten: Thomatal, Lessach und Mauterndorf

Projekt-Termine: Mai/Juni und Oktober/November 2025 
Dauer:  34 Vormittage inkl. Museumsbesuch

Kindertransport zur Mühle: wurde mit Bacher-Bus organisiert, in Thomatal privat mit Gemeindebus

Organisation: Helga A. Gruber/Verein Kule in Zusammenarbeit mit Valentin König/Museum Franzenshütte, Erwin Fanninger/Schmied im Museum,  Martin Gautsch/bildendem Künstler Thomatal, Reinhard Simbürger/bildendem Künstler Tamsweg und den teilnehmenden Kindergärten. 
Dank an Rosi Rainer für das Einheizen im ehemaligen Knappengasthaus;
Dank an Monika Hruschka-Seyrl für den Online-Input zum (kindersicheren) Drahtarbeiten im Kindergarten

Finanzierung: Land Salzburg (Referate für Volkskultur/kulturelles Erbe und Museen sowie für Kultur und Wissenschaft)